GESCHICHTE

Im 13. Jahrhundert erhielt Kulmbach das Recht, eine Stadtmauer zu errichten. An deren höchster Stelle wurde der Rote Turm erbaut, der heute ein lebendiges Relikt vergangener Zeiten darstellt.
Der Rote Turm zeichnet sich durch seine rötliche Färbung aus, die auf den verwendeten Buntsandstein und das mit Ochsenblut gestrichene Holz im Obergeschoss zurückzuführen ist. Seit 1631 wird er auch offiziell als der Rote Turm bezeichnet. Eine besondere architektonische Eigenschaft ist das Fachwerk im obersten Stockwerk, das zwei verschiedene Formen aufweist.

Er wurde außerhalb der Stadtmauer im Stadtgraben errichtet, was den Vorteil bot, dass keine toten Winkel entstanden. Diese Positionierung ermöglichte es auch, Feinde, die in den Graben eindrangen, effektiver zu bekämpfen. Seine Gesamthöhe betrug ganze 27 Meter.

Ursprünglich als Beobachtungsposten und Wächterturm genutzt, diente er später als Wohnung des Stadtpfeifers und Stadtmusikus. Seine strategische Lage ermöglichte einen weiten Blick über die Kulmbacher Altstadt und diente dazu, Feuersgefahren zu überwachen.

Trotz seiner Bedeutung als Wachturm war der tägliche Aufstieg für den Stadtmusikus beschwerlich, was schließlich zur Einstellung der Aufgaben führte. 1553 am Konraditag wurde Kulmbach von feindlichen Truppen fast vollständig zerstört und der Rote Turm komplett ausgebrannt.

Bis in die 1970er Jahre diente der Turm als Wohnturm, bis er Anfang der 80er Jahre generalsaniert wurde. Heute steht der Rote Turm als symbolträchtiges Wahrzeichen für die Geschichte und Kultur von Kulmbach. Die Instandsetzung umfasste die Reparatur des Fachwerks, des Dachbelags sowie die Behebung von Rissen und anderen Schäden an den Natursteinfassaden, den Türgewänden und den Fensterlaibungen. Diese Maßnahmen ermöglichten es, den Turm anschließend öffentlich zu besichtigen.

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